Tellertausch am 1. Tag der Deutschen Spitzengastronomie

„Nicht reden, selbst erleben!“ – das ist die Botschaft von um die 100 Teams herausragender Restaurants, die sich zusammengeschlossen haben, einen gemeinsamen Feiertag aus der Taufe zu heben. Darunter mehr als 60 Michelin-Sterne. Sie alle zeigen am 2. April 2015 wie Spitzengastronomie wirklich ist. Heiter, köstlich und erschwinglich. Ganz anders eben, als man vielleicht denkt, wenn man „solche“ Restaurants nur vom Hörensagen kennt.  

Sind Sie schon mal aus einem Restaurant – nicht Kneipe! – herausgeflogen? Nein? Na, dann kennen Sie aber bestimmt jemanden, dem das schon passiert ist. Wie man hört, sind Hausverbote eine  gängige Spezialität von Spitzenköchen in Deutschland. Nicht nur Thomas Bühner und Alfons Schuhbeck sollen ihren Gästen gern ein kleines Kärtchen zur Rechnung legen, auf dem steht: „Bitte beehren Sie uns nicht wieder!“ Natürlich handelt es sich hierbei stets um üble Nachrede, um Gerüchteküche in Kettenbriefmanier.

Begonnen hat es in den 1980er Jahren bei Dieter Müller. Ausgerechnet über den so beliebten 3-Sternekoch flüsterten Gourmets damals hinter vorgehaltener Hand: „Zu Müller gehen wir nicht mehr. Stell dir vor, er hat Freunden Hausverbot erteilt, weil sie die Teller getauscht haben.“ Die frei erfundene Geschichte kostete Dieter Müller viele neue Gäste, so wie heute Nelson Müller.

Damals sprach man noch von Gourmettempeln. Assoziierte Andacht, Ehrfurcht und Stille. Selbst  Kollegen hielten seinerzeit den Vorfall für denkbar. Doch heute – 35 Jahre später, wo der „Gourmettempel“ längst auf dem Friedhof der vergessenen Worte liegt, wo Genießen und Lockerheit  wie Gin und Tonic im Glas sind? Bis jetzt war das Gerücht nicht todzukriegen. Merkwürdig ist nur, dass kein einziger Tobsuchtsanfall oder Herzinfarkt mit Todesfolge  bekannt wurde. Wohl kaum ein Gast würde den Affront einer Roten Karte emotionslos stillschweigend  hinnehmen.

Mit zwei verschiedenen Menüs für doppelten Genuss beim Tellertauschen laden die teilnehmenden Restaurants ein. Sie alle werden auf www.sternklasse.de angezeigt. Und wer bisher einen Bogen um sehr gute Restaurants gemacht hat, weil „zu teuer, zu fein, zu formell“, ist am 2. April 2015 besonders herzlich willkommen!